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Wo Münchner hingehen

7 Monaten ago

546 words

Wer das Glück hat, Freunde in München zu haben, sollte sich die Stadt von ihnen zeigen lassen und die berühmten Sehenswürdigkeiten später alleine besuchen.

Im Herzen Münchens Altstadt

Ja, auch Münchner sehen es sich an: das Glockenspiel am Rathausplatz, eines der größten Deutschlands. Pünktlich um 11 Uhr und 12 Uhr spielen die Figuren zwei historische Szenen: die Hochzeit eines Herzogs im 16. Jahrhundert und der Tanz der Fassmacher nach einer fürchterlichen Pestepidemie. Die Münchner lieben ihr Glockenspiel so sehr, dass sie für die Renovation fleißig gespendet haben.

Vom Rathausplatz sind es nur wenige hundert Meter bis zum Viktualienmarkt. Auf dem riesigen Lebensmittelmarkt werden seit über zweihundert Jahren allerlei Leckereien angeboten. Hier decken sich Köche, Hausfrauen, Feinschmecker und Berufsleute mit Frischem ein. Beim Spaziergang über den Markt treffen Sie berühmte Münchner Originale – verewigt als Brunnenfiguren. Den beiden bekanntesten unter ihnen, dem Komiker-Duo Karl Valentin und seiner Partnerin Lisl Karstadt, ist ein „Musäum“ im Turm des Isartores gewidmet. Die verquere Logik und ihr besonderer Humor sind dort anschaulich in Wort, Bild, Ton und Form dargestellt.

Ansehen und Staunen

Zeichen zivilen Widerstands. Auf den Stufen der Feldherrnhalle ruhen sich heute Besucher aus. In den zwanziger Jahren hingegen errichteten die Nationalsozialisten eine Gedenktafel, der jeder Passant mit dem Hitlergruß die Ehre erweisen musste. Die aufmüpfigen Münchner fanden einen Umweg über die Viscardigasse, die zum „Drückebergergasserl“ wurde. Bronzene Pflastersteine erinnern an den zivilen Widerstand.

Surfen gucken. In München gibt’s eine Surfszene, so unglaublich das klingen mag: gesurft wird auf der Eisbachwelle und auf der Thalkirchner Welle. Die erste befindet sich in der Nähe des Hauses für Kunst, die letzte in der Nähe des Tierparks. Bei Wind und Wetter.

Des Märchenkönigs Sarkophag besuchen. König Ludwig II., so verschwenderisch er zu Lebzeiten war, so mysteriös war sein früher Tod. Angeblich liegt der einbalsamierte Leichnam in der Fürstengruft der Familie Wittelsbach in der St. Michaels Kirche. Angeblich, denn die „Gugglmänner“ bestreiten das.

Aufs Dach steigen. München von Oben sehen können Sie von vielen Orten aus. Angeseilt mit einem Führer über das Dach des Olympiaparks wandern und sich abseilen lassen ist aber einmalig. Gute Kleidung und Sportschuhe sowie schönes Wetter vorausgesetzt, sehen Sie bis zu den Alpen.

Bier und Brezn und leibliches Wohl

Bier und Brezn gehören in München zusammen. Am besten probieren Sie beides in einem der vielen Biergärten. Etwas außerhalb der Stadt, an der Unterhachinger Straße, liegt die Forschungsbrauerei, wo Biere noch handwerklich gebraut werden. Mit dem Radl hinfahren, mitten im Grünen handgebraute Biere und leckere Speisen genießen – ein Kontrast zu den riesigen Brauhäusern.

Edel geht es im Café Luitpold zu. Das Lokal an der Brienner Straße, ganz in der Nähe des „Drückebergergasserl“,  bietet nicht nur Nahrung für den Magen, sondern auch für den Geist. An wechselnden Daten werden Salongespräche zu verschiedensten Themen abgehalten.

Schwabing ist immer ein sicherer Tipp, nicht nur bei Studenten: Im Café Jasmin isst und trinkt der Gast im plüschigen Stil der 50er Jahre, frühstückt aber biologisch. Kuchen und Torten sind weitherum beliebt. Die Karte wechselt täglich.